Tuesday, November 21

The power of language?

reinsclassen

Überraschung, obwohl die Corporate Language dieses Blogs ja im allgemeinen englisch ist (Internet ist ja global und so), mache ich heute mal eine Ausnahme. Und wer hat mich so bezaubert, dass ich diese Ausnahme mache?

It was Reinsclassen, the coporate language agency.

Wobei Bezauberung wahrscheinlich das falsche Wort ist, denn straft mich lügen, aber im Duden findet man unter "Bezauberung" höchstwahrscheinlich nicht folgende Beschreibung: leichtes Kopfschütteln, dass in Verwunderung, stärkeres Kopfschütteln und ständiges Wiederholen des Wortes "nein" übergeht.

Doch zunächst einmal gute Worte. Reins und Classen haben sich auf die Fahnen geschrieben, die Sprache zum zentralen Thema in ihrer Kommunikation zu machen. Hut ab, Chapeau, darauf musste mal jemand kommen, auf die Agenturphilosophie hat die Welt gewartet, huijui und jui. Nein, im Ernst, das ist ja eine durchweg positive Herangehensweise.

Aber, das ging schnell (wir sind bereits bei den bösen, schlimmen Worten, die wahrscheinlich irgendwann einmal in Nichtachtung und, wenn es ganz schlimm läuft, Gerichtprozessen enden). Öffnet man die Seite, wird nämlich relativ schnell klar, dass Sprache eben nicht alles ist. Oder zumindest nicht reicht. Graue Schrift auf weiß. Das könnte mitunter auch die Startseite eines Bestattungsunternehmen sein, wobei dieses wahrscheinlich noch die gestalterische Eindöde bemängeln würde.

Informationen sucht man dann erstmal vergeblich. Denn diese gibt es nur in Form eines .pdf, das den klangvollen, aber irreführenden Dateinamen "Kurzinfo" trägt. Hallo Zukunft, reinsclassen, fast 7 MB als Kurzinfo zu bezeichnen, da habt ihr aber tief in der Schatzkammer der deutschen Sprach gegraben.

Nichtsdestotrotz, die Kurzinfo hat es in sich. Keine der gezeigten Kampagnen (Ausnahme: IKEA, welche aber wirklich ganz schön ist) setzt auf Worte. Sondern Bilder.

Hörverlag Truck
Lexware

Sollte man ja so von einer Agentur für Sprache nicht unbedingt erwarten. Ihre große wehende Fahne mit der Aufschrift "Achtung, bitte lesen, wir machen Corporate Language!" schmückt zwar jeden Kunden, nur sieht man nie, was sie denn da nun gemacht haben. Und wie kann eine Agentur, die es seit 2005 gibt, Kunden seit 2004 betreuen? Zauberei? Zeitreise? Oder doch die macht der Sprache?

Liebe Sprachwerber, ihr bleibt da sehr viel schuldig. Und weder in der Kurzinfo noch auf der Seite überzeugt ihr durch dufte Texte oder Sprache überhaupt. Ohnehin...eine Agentur für Sprache. Ihr habt da nicht den Stein der Weisen gefunden oder etwas, dass nicht jede Agentur sowieso kann und tut. Aber wahrscheinlich wäre eure Empfehlung an VW auch, einmal dafür zu werben, dass ein Volkswagen Räder hat und bremsen kann.

Ohne Bilder, und dafür seid ihr das beste Beispiel, ist Kommunikation leider nicht so stark. Hätte nicht ein amerikanischer Präsident vor tausenden, sondern eine weiße Wand in einem dunklen Keller gesagt "Ich bin ein Berliner!", würde sich wahrscheinlich kein Schwein daran erinnern.

So. Und ab jetzt keine uninteressanten Themen mehr.

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1 Comments:

Blogger Flora said...

ihr wisst es vermutlich schon, aber reinsclassen ist die agentur, deren namen man auf google eingibt, und google macht kurz "ääh" und fragt dann: "meinten sie reinscheißen?" jedenfalls war das vor ein paar monaten noch so, vor ihrem kometenhaften aufstieg. gleich mal ausprobieren, ob es dieses google-pralinchen noch gibt.

ist hier jemand, der reins heißt?

12:48 pm, November 23, 2006  

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